2. Juli 2019

So finden wir Top-Aktien

Research nach den Prinzipien des Value Investing

von Alan Galecki

So finden wir Top-Aktien: Research nach den Prinzipien des Value Investing


Wir Value-Investoren versuchen, Aktien oder andere Vermögensgegenstände zu finden, die wir deutlich unter ihrem eigentlichen intrinsischen Wert erwerben können. Wenn wir solche Kaufgelegenheiten finden, kaufen wir. Wenn wir keine unterbewerteten Aktien finden, lassen wir es.

Wir vermeiden es, den Schlagworten der jeweiligen Ära Beachtung zu schenken. „Hedgefonds“, „Private Equity“ und „Rohstoffe“ lassen uns genauso kalt wie von 1995 bis 2000 die „New Economy“, „Internet“ und „Technologie“.



Stattdessen konzentrieren wir uns Tag für Tag darauf, unterbewertete Aktien oder andere Vermögensgegenstände zu finden und den sprichwörtlichen Euro für 40 Cents zu erwerben.

Wir Value-Investoren kaufen Aktien guter Unternehmen und verkaufen diese dann zu einem höheren Preis an andere. Denn wir können eine gute Rendite mit angemessener Sicherheit erwirtschaften, wenn wir solche Anteile an einem guten Unternehmen zu einem sehr günstigen Preis bekommen können.



Eine zweite, etwas schwierigere Form des Value Investing besteht darin, Anteile an Unternehmen, die sich in Schwierigkeiten befinden, zu kaufen, also an schlechten Unternehmen, die keiner haben will. Hier muss der Preis natürlich extrem günstig sein, um das erhöhte Risiko zu rechtfertigen. Und Sie, liebe Anleger, müssen schon sehr genau wissen, was Sie tun, wenn Sie diesen zweiten Ansatz wählen.

Wir Value-Investoren interessieren sich normalerweise nicht für „den Markt“ oder „die Konjunktur“, zumindest beruhen unsere Investmententscheidungen nicht darauf. Und mit dieser „altmodischen“ Auffassung sind wir außerordentlich erfolgreich.

Der intellektuelle Vater aller Value-Investoren ist Benjamin Graham: Mit seinem zusammen mit David Dodd geschriebenen und 1934 erstmals erschienenen Buch „Security Analysis“ sowie seinen Kursen an der Columbia University legte er den Grundstein für die moderne Value- und Wertpapieranalyse.

Auch wir bauen im Kern auf Graham und Dodd auf, haben aber unseren eigenen Investmentstil entwickelt

Der Erfolg gibt uns Value-Investoren recht

Beispielsweise hat unser Max Otte Vermögensbildungsfonds nach einem starken April ebenfalls einen guten Mai hinter sich. Seit Jahresbeginn haben wir ein ordentliches Plus von 8,5% im Max Otte Vermögensbildungsfonds erwirtschaftet. Der NAV steht zum 31. Mai bei 133,92 EUR. Damit sind wir, gerade angesichts des eingetrübten Börsenklimas, sehr zufrieden. Nur ein einziger, sehr großer Konkurrenzfonds war in den ersten 5 Monaten 2019 noch etwas besser. Einige Indizes fielen deutlich ab. Der Nikkei machte nur +2,9%, der britische FTSE 100 +6,4%. Der SMI performte sehr gut mit +13%. Auch der DAX mit +11,1% und der MSCI World in EUR mit +11,4% konnten sich gut erholen.



Aktuell gefällt uns unter anderem u-blox sehr gut

Das Schweizer Unternehmen ist Anbieter von Halbleiterbausteinen für Elektroniksysteme im Bereich der Positionierung und drahtlosen Kommunikation für den Konsumgüter-, Industriegüter- und Automobilmarkt. Wie auch der GPU- und Grafikkartenentwickler NVIDIA stellt auch u-blox seine Chipmodule nicht selbst her, sondern konzentriert sich rein auf deren Entwicklung. Die kapitalbindende Produktion wird lizenzierten Partnern überlassen, welche zudem aufgrund ihrer Größe kostengünstiger fertigen können. Dies ermöglicht u-blox eine schlanke Kostenstruktur und infolgedessen höhere Margen. u-blox hat sich auf GPS- und Bluetooth-Module spezialisiert. Dazu gehören beispielsweise Module zum Tracking der Position und der Temperatur von Schiffscontainern, sodass bei Schiffsunglücken schnell geholfen werden kann.

Des Weiteren sind Module im Rasenmäher von Husqvarna verbaut, welcher mit Hilfe von u-blox Modulen seine Positionen abfährt und mit dem Handy kommuniziert. Auch bei Drohnen mit präziser Positionsbestimmung liegt der Marktanteil von u-blox bei über 80%. Beim zunehmenden Einsatz von Drohnen in der Logistik kann u-blox profitieren. Trotz seiner marktführenden Stellung in dieser zukunftsträchtigen Nische blieb u-blox in Anlegerkreisen noch relativ unentdeckt, denn die Aktie weist, im Gegensatz zu vielen anderen Playern der Halbleiterbranche, noch eine deutliche Unterbewertung auf. Auch die Bilanz kann überzeugen; ebenso wie die Eigentümerperspektive. Jeder Vorstand hält Aktien am Unternehmen. Hervor sticht der CEO Thomas Seiler mit einem Aktienpaket im Wert von über 10 Mio. CHF (1,9% der ausstehenden Aktien). Sein Gehalt von knapp 1,1 Mio. CHF ist im Vergleich dazu sehr gering. Eine Wunschkonstellation für uns Value-Investoren! Wir haben zugegriffen und wollen mit einem Limit-Kauf bei weiteren Kursverlusten vergünstigen.


Auch die künftigen Entwicklungschancen überzeugen. Dank der Technologieführerschaft in seiner Nische ist u-blox im Moment vor Preisdruck recht gut geschützt. Aufgrund der Wettbewerbssituation innerhalb des gesamten Halbleitermarktes kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Rahmenbedingungen irgendwann für das Unternehmen ändern. Derzeit schätzen wir ein solches Risiko aber für gering ein.

Das Management zeigt eine gute Fähigkeit der Kapitalallokation. Es hielt die Konkurrenten in der Vergangenheit für überbewertet und schaut sich nach den Kursrutsch nach Übernahmezielen um. Das Unternehmen möchte organisch und anorganisch wachsen, um die eigenen Ziele von 700 Mio. CHF bis 800 Mio. CHF (+15% p.a.) Umsatz bis 2022 und eine Free-Cashflow-Marge von 7 bis 10%, sowie eine EBIT-Marge von 12-15% zu erreichen.

Noch ist u-blox mit einer Marktkapitalisierung von rund 550 Mio. CHF ein überschaubares MidCap. Wird die Bedeutung dieser Nische von „Mr. Market“ entdeckt, könnte sich dies bald ändern. Für die großen Fonds, die Milliarden verwalten, ist der Titel zu klein und markteng. Für uns hingegen ist u-blox eine gute Gelegenheit.



Value Investing lässt sich erlernen

Zwar schafft es nur eine Handvoll Investoren – es sind weltweit definitiv deutlich weniger als zehn –, die Märkte über einen langen Zeitraum um durchschnittlich mehr als 10 Prozent zu überflügeln, doch einige schaffen es durchaus, dauerhaft sechs bis sieben Prozent höhere Renditen als die Märkte zu erreichen, indem sie Unternehmen und ihr Branchenumfeld analysieren und sich ein genaues Bild über deren wahrscheinliche Entwicklungen machen sowie eine disziplinierte Kauf- und Verkaufsstrategie verfolgen.



Auch Sie als Privatanleger können lernen, die Aktienmärkte um mehrere Prozentpunkte zu schlagen. Doch nur, wenn Sie auch systematisch und methodisch vorgehen. Damit könnten Sie mit einer fantastischen Rendite von langfristig 12 bis 15 Prozent rechnen. Prof. Dr. Max Otte hat bereits vor einigen Jahren wissenschaftlich nachgewiesen, dass beispielsweise einfachste Dividendenstrategien, die nicht mehr als eine Stunde Arbeit pro Jahr erfordern, im Durchschnitt den Aktienmarkt um 3 bis 4 Prozent schlagen.



Es gibt weitere, ähnlich einfach gestrickte „mechanische“ Strategien, mit denen Sie deutliche Überrenditen von zwei bis vier Prozent erzielen können.

Allerdings erfordern gerade die einfachen Strategien eine ungeheure Selbstdisziplin und eine sehr große Erfahrung als Investor.



Auf gute Investments,
Ihr
Alan Galecki


P.S.: Viele weitere Informationen zu Anlagestrategien, aktuelles Börsenwissen und neueste Unternehmensanalysen finden Sie auf unserem Blog, täglich per WhatsApp und natürlich auch in unserem E-Mail-Newsletter.


Auch wir verwenden Cookies – das ist nichts Schlimmes. Sie erleichtern die Benutzung der Seite.

Auch wir verwenden Cookies – das ist nichts Schlimmes. Sie erleichtern die Benutzung der Seite.