Investoren-Akademie
Growth, Value und Momentum


Es existieren im Wesentlichen drei Stile des Value Investing, wie sie von Prof. Bruce Greenwald, Inhaber des Graham-and-Dodd-Lehrstuhls für Value Investing an der Columbia University, herausgearbeitet wurden (Basic Value, Earnings Power und Value of Growth).

 

Growth und Value – Kein Widerspruch

Ein Unternehmen können wir Anleger prinzipiell auf zweierlei Weise bewerten: aufgrund seiner Vermögensgegenstände abzüglich Schulden oder aufgrund seiner Ertragskraft. Zusammengefasst handelt es sich bei den drei Stilen des Value Investing nach Greenwald darum, im ersten Fall den Substanzwert zu ermitteln und zu schauen, ob der Börsenwert deutlich darunter liegt. Im zweiten Fall wird der Ertragswert bei normalisierten Gewinnen ermittelt. Nur im dritten Fall fließt zukünftiges Wachstum ein.

 

Value Investing ist immer dann gegeben, wenn der Börsenwert des Unternehmens unter dem, wie auch immer ermittelten, ökonomischen Wert liegt. Schwierig ist aus meiner Sicht zum einen die Bewertung der Substanz. Hierzu muss man schon fast Wirtschaftsprüfer sein und Detektivarbeit bei den Bilanzen leisten. Wenn man richtig gelegen hat, hat man die Chance auf einmalige gute Gewinne. Eine einfache Methode, die durchaus funktioniert, ist die Identifikation von Aktien mit niedrigem Kurs-Buchwert-Verhältnis. 

 

Auch die Bewertung zukünftigen Wachstums ist schwierig, weil hier schnell Wunschdenken einfließen kann. Und das im Übrigen nicht nur bei Investoren, sondern genauso häufig bei dem Management von Unternehmen, die sich Wachstum hinzukaufen und später feststellen müssen, dass sie damit Wert vernichten.

 

Value Investing heißt also streng genommen:

1. Ermittlung des inneren Wertes mit der in dem speziellen Fall angemessenen Methode

2. Ermittlung der Börsenwerts und Vergleich mit dem wahren ökonomischen Wert

3. Kauf bei einer deutlichen Unterbewertung, Verkauf bei einer deutlichen Überbewertung

 

Stile beim Value Investing

 

 

Der eigentliche Widerspruch bei den Investmentstilen ist derjenige zwischen Growth und Momentum. Während sich der Value Investor am Inneren Wert orientiert, orientiert sich der Momentum-Investor vor allem am Trend – vielleicht führt er noch einen Qualitätscheck bei der Aktie durch. Momentum kann durch verschiedene Faktoren bestimmt werden: lang- oder kurzfristige Trends (zum Beispiel die Charttechnik) oder auch durch die relative Stärke.

 

Momentum-Märkte können eine große Kraft entwickeln. In der Börseneuphorie von 1995 bis 2000 schienen zum Schluss alle Gesetze des Aktienmarktes außer Kraft gesetzt zu sein. Die Aktien stiegen und stiegen...

 

Sie haben es bestimmt schon selbst erlebt: Wenn Sie fest davon überzeugt waren, dass eine Aktie nicht noch tiefer fallen könne und deswegen kauften, brach sie danach noch weiter ein. Und weiter...  Und weiter... Oder Sie waren überzeugt, dass eine Aktie viel zu teuer geworden ist und verkauften – nur um danach steigenden Kursen hinterher zu sehen. 

 

Momentum-Investing

 

 

Value Investoren verkaufen tendenziell in steigenden Märkten und kaufen in fallenden Märkten zu früh. Das ist in Ordnung, denn zum Tiefpunkt kaufen nur Lügner, zum Hochpunkt verkaufen diese Leute dann wieder. Leider ist die Finanzbranche voll von Lügnern.

 

Praxis: Die Privatinvestor-Datenbank, Value und Momentum

In unserem Börsenbrief Der Privatinvestor verfolgen mein Team und ich die Methode der Inneren Werte. Es wäre auch vermessen, zwischen den Stilen Value und Momentum hin- und herspringen zu wollen, um die eigene Performance zu verbessern. Eine Mischung derartig gegensätzlicher Stile verbessert nicht Ihre Performance, sondern schafft bestenfalls Verwirrung und verschlechtert Ihr Resultat. (Sie können sich natürlich Substanz- und Wachstumswerte ins Depot legen, das ist aber eine andere Sache.)

 

Sie werden sehen, dass in unserer Datenbank viele Titel aus unserer Sicht aktuell fair bewertet sind, aber dennoch weiter steigen. In der Datenbank geben wir den Inneren Wert von rund 70 Unternehmen an. Notiert eine Aktie deutlich unter ihrem Inneren Wert, ist sie prinzipiell interessant, notiert die Aktie erheblich darüber, käme ein Verkauf in Betracht.

 

Befindet sich ein Unternehmen im Aufwärtstrend, können Sie überlegen, nicht zu verkaufen, auch wenn der Innere Wert deutlich überschritten ist. In diesem Fall – und nur in diesem Fall – empfehle ich, gegebenenfalls einen Stop-Loss in Erwägung zu ziehen. Damit können Sie bei überbewerteten Unternehmen Ihre Gewinne absichern, aber dennoch am Trend teilhaben.

 

Unternehmen im Abwärtstrend behalten diesen Trend oft eine Weile bei. Einen Kauf sollte man sich daher ebenfalls gut überlegen. Hier können Sie eine Stop-Buy-Marke unterhalb des Inneren Wertes setzen und diese nach unten nachziehen. Damit kaufen Sie nicht zu früh, sondern könnten die Abwärtsbewegung eines Kurses weiter ausnutzen.

 

Aber denken Sie daran: Die besten Investmententscheidungen sind meistens klare und einfache Entscheidungen und keine technischen Spielereien. Und da gibt es nur drei Entscheidungen: kaufen, halten oder verkaufen.

 

Auf gute Investments,

Ihr

Max Otte

 

P.S.: Auf dem Privatinvestor-Blog bringen wir täglich neue Kommentare, vermitteln Börsenwissen und Anlagestrategien. Es lohnt sich, regelmäßig vorbeizuschauen!

 


 

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Die Königsanalyse® ist die von Prof. Dr. Max Otte entwickelte Strategie zur Ermittlung der Investmentqualität und der Bestimmung des echten Werts eines Unternehmens. Das erklärte Ziel ist es dabei, die Wertpapiere herauszufiltern, die aktuell unterbewertet sind und gleichzeitig langfristig echte Qualitäts-Aktien darstellen.
Mit der Königsanalyse® von Prof. Dr. Max Otte können Sie als Privatanleger nachhaltig und mit eigenen Entscheidungen besser abschneiden als durch Wetten und Bauchgefühl-Tipps sogenannter Börsen- und Finanzgurus. Der Börsenbrief Der Privatinvestor steht für sicheren, langfristigen und kontinuierlichen Vermögensaufbau durch sichere Anlage in Qualitäts-Aktien.

Qualitative Kriterien
1. Qualität des Geschäftsmodells
  • Ist das Geschäftsmodell verständlich und nachvollziehbar?
2. Güter / Dienstleistungen des täglichen Bedarfs
  • Produziert das Unternehmen billige Güter und Dienstleistungen des alltäglichen Bedarfs?
3. Nachhaltige Wettbewerbsvorteile
  • Ist das Unternehmen führend in seiner Branche?
  • Bestehen Netzwerkeffekte?
  • Hat das Unternehmen starke Markennamen?
4. Wachstumspotenzial der Branche
  • Handelt es sich um eine stabile Branche mit guten Wachstumsaussichten?
  • Hat das Unternehmen in seinen bestehenden Geschäftsfeldern gute Wachstumsaussichten?
5. Qualität des Managements
  • Wird das Unternehmen von ehrlichen und kompetenten Managern geführt?
  • Handeln das Management im Interesse der Anleger?
Qualitative Kriterien
6. Ergebnismargen
  • Erwirtschaftet das Unternehmen hohe Bruttomargen / hohe Gewinnmargen?
  • Können die Margen langfristig beibehalten werden?
7. Gewinnwachstum
  • Kann das Unternehmen möglichst über fünf Jahre ein kontinuierliches Gewinnwachstum aufweisen?
8. Historie / Beständigkeit
  • Wie lange existiert das Unternehmen?
  • Hat das Unternehmen ununterbrochen Gewinne erwirtschaftet?
  • Gibt es Verlustjahre?
9. Kapitalintensität
  • Erwirtschaftet das Unternehmen einen hohen operativen Cashflow?
  • Ist die Sachinvestitionsquote gering?
10. Bilanz, Verschuldung
  • Verfügt das Unternehmen über eine stabile und ausreichende Eigenkapitalquote?
  • Ist die Verzinsung des Eigenkapitals angemessen?
  • Wie hoch ist der Verschuldungsgrad?

Max Otte

Prof. Max Otte ist seit 2001 Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre an der FH Worms. Von 2011 bis März 2016 war er Professor für quantitative und qualitative Unternehmensführung am Institut für Unternehmensführung und Entrepreneurship der Karl-Franzens-Universität Graz. Daneben hat sich Prof. Dr. Max Otte seit mehr als zehn Jahren voll und ganz dem Privatanleger verschrieben. Sein dabei verfolgtes Ziel:
Eine bankenunabhängige und nachvollziehbare Aktienanalyse auf Basis werto­rientierter Kapitalanlage anzubieten. Und das mit großem Erfolg.

Professor Max Otte Empfehlung:

In diesen Zeiten muss man in Sach­werte in­ves­tieren. Und Aktien sind Sach­werte. Es sind An­tei­le an real exis­tie­ren­den Unternehmen.

Prof. Dr. Max Ottes Strategie funktioniert – das beweist der Erfolg seines Fonds

Dass Value Investing im Allgemeinen und die Strategie der Königsanalyse® von Prof. Dr. Max Otte im Besonderen funktionieren, beweist seit Jahren die langfristige Performance des „PI Global Value Fund“. Er arbeitet zu 100 Prozent nach der von Prof. Dr. Max Otte entwickelten Methodik und liegt deutlich über dem MSCI-World - wie der Chart beweist.

Auf Grund des Erfolges des seit 2008 geführten Fonds wurde 2013 für deutsche Anleger ein Publikumsfonds, der „Professor Max Otte Vermögensbildungsfonds“ erfolgreich platziert.

Entwicklung an der Börse – Max Ottes PI Global Value Fund schlägt DAX und MSCI World




Das sagt die Presse

Eine der Grundbotschaften lautet: ‚Folgen Sie niemals blind irgendwelchen Empfehlungen.‘ Anleger sollten den eigenen Verstand benutzen. Das Handwerkszeug dafür liefert Otte.

(Süddeutsche Zeitung)

Schon 1998 schrieb Otte die Blaupause zur Euro- und Griechenlandkrise. Damals wollte das freilich niemand hören.
(Augsburger Allgemeine)

Prof. Dr. Max Otte wurde von einer der auflagenstärksten deutschen Börsenzeitschriften dreimal zum Börsianer des Jahres gewählt.
(Börse Online)

Man muss nicht übertreiben, um Prof. Dr. Max Otte ein gewisses Gespür für die Märkte zu bescheinigen.
(Süddeutsche Zeitung)

Die Vielzahl von Aktien und Empfehlungen erschwert jede Anlageentscheidung. Abhilfe schafft jetzt Prof. Dr. Max Otte. Er stellt fest, dass eine leicht nachvollziehbare Strategie die besten Ergebnisse erzielt.
(Focus Money)

Auch wenn die Börse schwächelt: Prof. Dr. Max Ottes Anlagetipps behalten ihre Gültigkeit.
(Manager Magazin)

Ein hellsichtiger Ökonom: Prof. Dr. Max Otte ist kein Optimist. Aber leider hat der Professor, Schriftsteller und Fondsmanager mit seinen Prognosen Recht behalten. 2006 sagte er die Krise voraus.
(Inforadio des RBB)

Er ist ein international gefragter Finanzfachmann [und] gilt als äußerst kompetenter Ratgeber.
(Kölner Rundschau)

PRIVATINVESTOR-TV

Max Otte klärt auf: Warum Sie jetzt in Aktien investieren müssen
Die Königsanalyse – Im Video anschaulich erklärt
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