Investoren-Akademie
Graham-Investing und Buffett-Investing


Warren Buffett ist Benjamin Grahams bekanntester Schüler. Noch heute spricht Buffett ehrfurchtsvoll von Grahams Großzügigkeit und Intellekt. Beide waren und sind Value Investoren – sie versuchen, Aktien oder Wertpapiere unter ihrem wahren Wert zu kaufen. In ihren Investmentstilen unterscheiden sie sich jedoch massiv.

 

Zunächst einmal: „Jedes sinnvoll betriebene Investieren ist wertorientiertes Investieren (Value Investing)“. Das hat Charlie Munger, Buffetts Partner, gesagt. Wir würden zustimmen. Studie nach Studie zeigt, dass diejenigen, die unter Wert einkaufen, langfristig erfolgreich sind. Kurzfristig spielt aber Momentum eine Rolle: Beliebte Aktien werden noch teurer. Value Investoren würden Titel meiden, wenn sie über dem fairen Wert notieren.

 

Was so einfach klingt, ist in der Praxis nicht ganz so einfach durchzuhalten. Was machen Sie, wenn Ihre Titel erst einmal zwei bis drei Jahre lang fallen? Wenn ein anderer mit viel Geld verdient? Bleiben Sie Ihrem Stil treu oder lassen Sie sich beeinflussen? Die Emotionen, die durch die Börse geweckt werden, sind extrem stark und können nur mit Mühe im Griff gehalten werden.

 

Worin unterscheiden sich aber Graham-Investing und Buffett-Investing?

 

Unterbewertete Substanz: Investieren mit Benjamin Graham

Stellen Sie sich den Kauf eines Hauses vor: Graham hätte das Haus gekauft, wenn er es weit unter dem Wert des Landes und der Baukosten hätte erwerben können. Er orientiert sich an der Substanz. Bei einem Unternehmen sind dies für Graham vor allem die Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens (Forderungen, Kassenbestand, Vorräte). In seiner reinen Form würde Graham-Investing nach dem Net-Net-Prinzip bedeuten, dass Graham dann die Aktien eines Unternehmens erworben hätte, wenn er weniger bezahlte, als das Umlaufvermögen abzüglich aller lang- und kurzfristigen Schulden wert war. Das ist extrem billig. In einer etwas weniger streng gefassten Version würde man Aktien eines Unternehmens kaufen, wenn die Aktien billiger zu haben sind als das Gesamtvermögen (also auch langfristige Vermögensgegenstände) minus aller Schulden.

 

In der Weltwirtschaftskrise und auch noch nach dem zweiten Weltkrieg ließen sich selbst durch die strenge Graham-Methode (Net-Net) viele Werte identifizieren. Mit steigenden Bewertungen wurde dies immer schwieriger. Gelegentlich finden sich aber immer noch Aktien, die unter dem Wert ihres Nettoumlaufvermögens notieren.

 

Die Graham-Methode zielt also auf billige Substanz ab. Die Qualität des Unternehmens ist Graham ziemlich egal, wenn nur der Preis stimmt. Auf Neudeutsch würde man die Methode als Deep Value bezeichnen.

 

Eine provisorische Variante der Graham-Methode wäre es, Aktien zu kaufen, deren Kurs-Buchwert-Verhältnis unter eins liegt. Richard Pzena von Pzena Investment hat dokumentiert, dass Value-Aktien vor einer Rezession meistens überproportional abgestraft werden. Sobald die Rezession einsetzt, liefern sie eine massive Outperformance ab. Der naive Investor könnte sagen: „Nun, dann steige ich erst ein, wenn die Rezession da ist.“ Aber das funktioniert leider nicht. Erstens wissen wir nicht genau, wann die Rezession kommt. Zweitens können Aktien an wenigen Tagen so stark steigen, dass sich dann ein Einstieg nicht mehr lohnt. Es bleibt Ihnen also nichts anderes übrig, als das ganze Karussell mitzumachen.

 

Graham-Investing bedeutet, in unschöne Aktien und Situationen zu investieren, vor denen andere Investoren weglaufen. Das müssen Sie, wie auch die Kaufleute-Strategie, eisern durchhalten. Wenn Sie das aushalten, ist es ratsam, außerhalb der ausgetretenen Pfade zu investieren und zumindest einige Unternehmen nach der Graham-Methode ins Depot zu nehmen.

 

Unterbewerteter Ertrag bei langfristig stabilen Wettbewerbsvorteilen: Investieren mit Warren Buffett

Buffett hat in seinem Leben schon in (fast) alles investiert und war (fast) immer erfolgreich. Am meisten wird er aber mit seinen Investments in Unternehmen identifiziert, die über Jahre hinweg Ertrag und Gewinne steigern können. Buffett nennt solche Unternehmen Franchises, also Unternehmen, die einen Markt gepachtet oder für sich reserviert haben. Das Wort Moat (Burggraben), welches denselben Sachverhalt beschreibt, ist zu einem Modebegriff geworden. Mir gefällt „Franchise“ besser, denn Burgen können gestürmt werden.Anders als Benjamin Graham ist Buffett also bereit, für Unternehmensqualität mehr zu bezahlen, wenn die langfristigen Wachstumssperspektiven stimmen. Und die Idee scheint schön einleuchtend: Einfach Aktien kaufen, liegen lassen, schlafen.

 

So einfach ist es aber nicht. Es stimmt – wenn Sie mehr als 20 Jahre haben, können Sie das tun. Aber auch solche Aktien können überbewertet sein. Auch die Entdeckung und Identifizierung von Franchises ist nicht einfach.

 

Nach Bruce Greenwald müssen normalerweise zwei Dinge zusammenkommen, damit ein Franchise besteht: Erstens stabile Kundenpräferenzen, Wechselbarrieren oder andere Wettbewerbsvorteile sowie zweitens Größen- und Kostenvorteile. Der Markt sollte stabil sein.

 

Charlie Munger sagt hierzu: „Natürlich ist das Entdecken von Franchises sehr schwer. Es mag vielleicht leicht aussehen, aber warum sollte etwas leicht sein, dass Sie zu einem reichen Mann macht, wenn Sie es nur wenige Male in Ihrem Leben erfolgreich anwenden?“

 

Die Greenwald-Synthese

Nach Bruce Greenwald verfügen 95 % aller Unternehmen nicht über Franchises. Diese Franchises zu entdecken und dann durch Analysen zu verifizieren, setzt eine gute Kenntnis des entsprechenden Marktes voraus.

 

Greenwald schlägt daher vor, Unternehmen nach ihrer Substanz und nach ihrem normalisierten Ertrag ohne Wachstum zu bewerten. Erst wenn ein Franchise besteht, dürfen wir Wachstum oberhalb des allgemeinen Wirtschaftswachstums annehmen.

 

Auf gute Investments,

Ihr

 Max Otte

 

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Königsanalyse

Die Königsanalyse® ist die von Prof. Dr. Max Otte entwickelte Strategie zur Ermittlung der Investmentqualität und der Bestimmung des echten Werts eines Unternehmens. Das erklärte Ziel ist es dabei, die Wertpapiere herauszufiltern, die aktuell unterbewertet sind und gleichzeitig langfristig echte Qualitäts-Aktien darstellen.
Mit der Königsanalyse® von Prof. Dr. Max Otte können Sie als Privatanleger nachhaltig und mit eigenen Entscheidungen besser abschneiden als durch Wetten und Bauchgefühl-Tipps sogenannter Börsen- und Finanzgurus. Der Börsenbrief Der Privatinvestor steht für sicheren, langfristigen und kontinuierlichen Vermögensaufbau durch sichere Anlage in Qualitäts-Aktien.

Qualitative Kriterien
1. Qualität des Geschäftsmodells
  • Ist das Geschäftsmodell verständlich und nachvollziehbar?
2. Güter / Dienstleistungen des täglichen Bedarfs
  • Produziert das Unternehmen billige Güter und Dienstleistungen des alltäglichen Bedarfs?
3. Nachhaltige Wettbewerbsvorteile
  • Ist das Unternehmen führend in seiner Branche?
  • Bestehen Netzwerkeffekte?
  • Hat das Unternehmen starke Markennamen?
4. Wachstumspotenzial der Branche
  • Handelt es sich um eine stabile Branche mit guten Wachstumsaussichten?
  • Hat das Unternehmen in seinen bestehenden Geschäftsfeldern gute Wachstumsaussichten?
5. Qualität des Managements
  • Wird das Unternehmen von ehrlichen und kompetenten Managern geführt?
  • Handeln das Management im Interesse der Anleger?
Qualitative Kriterien
6. Ergebnismargen
  • Erwirtschaftet das Unternehmen hohe Bruttomargen / hohe Gewinnmargen?
  • Können die Margen langfristig beibehalten werden?
7. Gewinnwachstum
  • Kann das Unternehmen möglichst über fünf Jahre ein kontinuierliches Gewinnwachstum aufweisen?
8. Historie / Beständigkeit
  • Wie lange existiert das Unternehmen?
  • Hat das Unternehmen ununterbrochen Gewinne erwirtschaftet?
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9. Kapitalintensität
  • Erwirtschaftet das Unternehmen einen hohen operativen Cashflow?
  • Ist die Sachinvestitionsquote gering?
10. Bilanz, Verschuldung
  • Verfügt das Unternehmen über eine stabile und ausreichende Eigenkapitalquote?
  • Ist die Verzinsung des Eigenkapitals angemessen?
  • Wie hoch ist der Verschuldungsgrad?

Max Otte

Prof. Max Otte ist seit 2001 Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre an der FH Worms. Von 2011 bis März 2016 war er Professor für quantitative und qualitative Unternehmensführung am Institut für Unternehmensführung und Entrepreneurship der Karl-Franzens-Universität Graz. Daneben hat sich Prof. Dr. Max Otte seit mehr als zehn Jahren voll und ganz dem Privatanleger verschrieben. Sein dabei verfolgtes Ziel:
Eine bankenunabhängige und nachvollziehbare Aktienanalyse auf Basis werto­rientierter Kapitalanlage anzubieten. Und das mit großem Erfolg.

Professor Max Otte Empfehlung:

In diesen Zeiten muss man in Sach­werte in­ves­tieren. Und Aktien sind Sach­werte. Es sind An­tei­le an real exis­tie­ren­den Unternehmen.

Prof. Dr. Max Ottes Strategie funktioniert – das beweist der Erfolg seines Fonds

Dass Value Investing im Allgemeinen und die Strategie der Königsanalyse® von Prof. Dr. Max Otte im Besonderen funktionieren, beweist seit Jahren die langfristige Performance des „PI Global Value Fund“. Er arbeitet zu 100 Prozent nach der von Prof. Dr. Max Otte entwickelten Methodik und liegt deutlich über dem MSCI-World - wie der Chart beweist.

Auf Grund des Erfolges des seit 2008 geführten Fonds wurde 2013 für deutsche Anleger ein Publikumsfonds, der „Professor Max Otte Vermögensbildungsfonds“ erfolgreich platziert.

Entwicklung an der Börse – Max Ottes PI Global Value Fund schlägt DAX und MSCI World




Das sagt die Presse

Eine der Grundbotschaften lautet: ‚Folgen Sie niemals blind irgendwelchen Empfehlungen.‘ Anleger sollten den eigenen Verstand benutzen. Das Handwerkszeug dafür liefert Otte.

(Süddeutsche Zeitung)

Schon 1998 schrieb Otte die Blaupause zur Euro- und Griechenlandkrise. Damals wollte das freilich niemand hören.
(Augsburger Allgemeine)

Prof. Dr. Max Otte wurde von einer der auflagenstärksten deutschen Börsenzeitschriften dreimal zum Börsianer des Jahres gewählt.
(Börse Online)

Man muss nicht übertreiben, um Prof. Dr. Max Otte ein gewisses Gespür für die Märkte zu bescheinigen.
(Süddeutsche Zeitung)

Die Vielzahl von Aktien und Empfehlungen erschwert jede Anlageentscheidung. Abhilfe schafft jetzt Prof. Dr. Max Otte. Er stellt fest, dass eine leicht nachvollziehbare Strategie die besten Ergebnisse erzielt.
(Focus Money)

Auch wenn die Börse schwächelt: Prof. Dr. Max Ottes Anlagetipps behalten ihre Gültigkeit.
(Manager Magazin)

Ein hellsichtiger Ökonom: Prof. Dr. Max Otte ist kein Optimist. Aber leider hat der Professor, Schriftsteller und Fondsmanager mit seinen Prognosen Recht behalten. 2006 sagte er die Krise voraus.
(Inforadio des RBB)

Er ist ein international gefragter Finanzfachmann [und] gilt als äußerst kompetenter Ratgeber.
(Kölner Rundschau)

PRIVATINVESTOR-TV

Max Otte klärt auf: Warum Sie jetzt in Aktien investieren müssen
Die Königsanalyse – Im Video anschaulich erklärt