4. September 2019

Benjamin Graham & James Rea

In 10 Schritten günstige Unternehmen finden

von Prof. Dr. Max Otte

Benjamin Graham & James Rea: In 10 Schritten günstige Unternehmen finden


Benjamin Graham verbrachte einen Großteil seines Lebens als Finanzprofessor an der Columbia University und predigte seinen Studenten, die guten Schnäppchen vom Markt zu nehmen. Die Verbreitung seiner Lehre führte im Laufe der Jahre zu einer immer kleiner werdenden Auswahl für Schnäppchenjäger. Sein Schüler Warren Buffett hatte sich bald von der reinen Schnäppchen-Lehre entfernt. In seinen Augen waren solche Investitionen lediglich „Zigarrenstummel“ – gerade noch gut genug für einen „letzten Zug“, bevor sie verglimmen.



Im fortgeschrittenen Alter schrieb Benjamin Graham einen Artikel mit dem Titel „The Renaissance of Value“, der auch von einem Luftfahrtingenieur namens James Rea gelesen wurde. Rea kontaktierte daraufhin Graham und leitete ihm seine quantitative Forschungsarbeit zum Thema Aktienauswahl weiter. Dies führte zu einer dreijährigen Arbeitsbeziehung zwischen den beiden und zahlreichen gemeinsamen Publikationen. Zusammen untersuchten sie die effektivsten Screening-Kriterien für den US-Markt.

Ihr Ziel war es, ein automatisiertes System zu schaffen, mit dem sie die Aktien mit dem höchsten Renditepotenzial für ihr individuelles Risikoprofil finden können. Graham und Rea entwickelten eine 10-Punkte-Checkliste, die sie in zwei 5er-Gruppen aufteilten.


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Mithilfe dieser Kriterien lassen sich auch heute noch attraktiv bewertete Unternehmen aus dem Anlageuniversum herausfiltern, die gleichzeitig eine geringe Verschuldung, eine solide Bilanz und wachsende Erträge aufweisen.

Es handelt sich um zehn quantitative und messbare Kriterien, die der Bewertung, der finanziellen Lage und der Ertragsentwicklung eines Unternehmens auf den Zahn fühlen.

Während die Kriterien 1-5 die Bewertung der Aktien untersuchen, fühlen die Kriterien 6-8 der Finanzlage des Unternehmens auf den Zahn. Die Kriterien 9-10 schließlich, bewerten das Gewinnwachstum und dessen Stabilität.

Am Anfang forderten Graham und Rea, dass bei einem Unternehmen alle zehn Kriterien erfüllt sein müssen, um als Portfoliokandidat in Frage zu kommen. In der heutigen Zeit wird vor allem Kriterium Nr. 5 (Aktienkurs niedriger als zwei Drittel des Liquidationswertes) nur noch sehr selten erfüllt. Später haben Graham und Rea nur noch gefordert, dass von diesen 10 mindestens 6 Kriterien erfüllt sein müssen. Für jedes erfüllte Kriterium erhält ein Unternehmen 1 Punkt. Für die Aufnahme in ein Portfolio müssen also mindestens 6 Punkte erreicht sein.

1. Gewinnrendite mindestens doppelt so hoch als die Verfallrendite von AAA-Anleihen

2. KGV niedriger als 40 Prozent des höchsten KGVs der letzten 5 Jahre

3. Dividendenrendite mindestens so hoch wie 2/3 der Verfallrendite von AAA-Anleihen

4. Aktienkurs niedriger als 2/3 des materiellen Buchwerts

5. Aktienkurs niedriger als 2/3 des Liquidationswerts

6. Fremdkapital < Eigenkapital

7. Liquiditätsgrad > 2

8. Fremdkapital < 2-facher Liquidationswert

9. Durchschnittliches Gewinnwachstum pro Aktie >= 7 Prozent in den letzten 10 Jahren

10. Es gab in den letzten 10 Jahren maximal zwei Gewinnrückgänge > 5 Prozent


Die 10 Regeln von Graham & Rea im Backtest

Der Value Investor und Star-Analyst James Montier untersuchte die Strategie in einem Backtesting-Verfahren für den Zeitraum 1992 bis 2010. Als Aktienuniversum diente dabei der MSCI World Index mit rund 1.600 Unternehmen. Im Schnitt erfüllten weniger als 3 Prozent der Unternehmen dieses Aktienuniversums mindestens 6 Kriterien. Zudem kristallisierte sich heraus, dass diese Kriterien vor allem dann Kaufsignale lieferten, wenn es große Marktturbulenzen gab. Damit ein praxisnahes Portfolio entstehen konnte, konzentrierte sich das Analystenteam um James Montier auf die Erfüllung der Kriterien 1,3 und 6. In die günstigsten 10 Prozent dieser Titel wurde dann investiert. Das auf diese Weise zusammengestellte Portfolio erzielte eine Mehrrendite von 300 Prozent gegenüber dem Gesamtmarkt. Es zeigte sich zudem, dass Aktien, die kein einziges Kriterium erfüllten, extrem schlechter performten als der Markt.

Henry Oppenheimer fand bereits 1984 einen positiven Zusammenhang zwischen den 10 Kriterien von Graham und Rea und deren Folgerenditen heraus. Die Regeln 1,3 und 6 haben in den USA zwischen1974 und 1981 den Gesamtmarkt um 12 Prozent je Jahr übertroffen.

Die jährlichen Überrenditen, die in sämtlichen Backtesting-Verfahren bescheinigt werden konnten, machen die 10 Kriterien nach Graham und Rea äußerst attraktiv für Anleger.

In unseren Screening-Verfahren, die wir zur Vorauswahl möglicher Aktienempfehlungen nutzen, spielen diese 10 Kritereien nach Benjamin Graham und James Rea ein wichtige Rolle.

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Auf gute Investments,
Ihr
Max Otte


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„Ich habe nie richtig verstanden, wie man es praktisch umsetzt, ein Value Investor zu sein.
Dank Der Privatinvestor jage ich jetzt keine Kurse mehr an den Börsen, sondern warte bis mein Investment seinen Inneren Wert erreicht oder übersteigt. Man bekommt nicht nur Ratschläge, in welche Aktien man investieren sollte, sondern wird auch geschult, wie man denken sollte. Privatinvestor-TV bringt das alles auf den Punkt und ergänzt die Briefe gut. Danke!“

Alexander Popp, Stockholm


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